Die Europäischen Kommission entwickelt einen Gesetzesakt, um die Regulierung und ethische Verwendung von künstlicher Intelligenz (KI) in der Europäischen Union zu fördern. Der Akt zielt darauf ab, das Potenzial von KI zu nutzen, während gleichzeitig Risiken und mögliche Missbräuche minimiert werden. Er umfasst verschiedene Regelungen, darunter quasi ein Verbot hochriskanter KI-Anwendungen, die eine Bedrohung für die Grundrechte und Sicherheit darstellen könnten, wie zum Beispiel Überwachungssysteme mit sozialer Bewertung. Der Akt fordert auch Transparenz und Verantwortlichkeit von KI-Anbietern, um sicherzustellen, dass die Entscheidungen von KI-Systemen nachvollziehbar sind und nicht diskriminierend oder irreführend wirken (mehr zur Komplexistät bei der Transparenz von KI-Systemen findet man hier). Zudem sieht er die Einführung eines EU-weiten Zertifizierungssystems vor, um die Einhaltung der Regeln zu überprüfen. Durch diesen Rahmen soll KI verantwortungsbewusst und im Einklang mit europäischen Werten und Menschenrechten entwickelt und eingesetzt werden. Mehr zum Artificial Intelligence Act der Europäischen Union finden Sie hier.
Es wird also in der der EU aber auch anderen Ländern wie der USA oder Japan wird viel darüber diskutiert, wie man KI besser regulieren kann. Es ist aber schwierig, gute Regeln präventiv zu erstellen. Ein komplettes Verbot von KI ist keine Lösung, da KI viele Vorteile für uns haben kann. Ein besserer Ansatz wäre es gewesen, ein KI Projekt ähnlich wie ITER aufzusetzen, oder zu verstehen, wie mächtige KI-Systeme missbraucht werden könnten, sobald sie existieren, und dann zu überprüfen, ob bestehende Gesetze ausreichen, um dieses Problem anzugehen. Es wäre jedenfalls ein großer Fehler, KI nur wegen ihrer potentiellen Leistungsfähigkeit zu regulieren, ohne genauer hinzuschauen, wo das Problem eigentlich liegt.
Angesichts all der aktuellen Warnungen vor KI ist es verständlich, dass die EU handeln will. Man sollte vielleicht sogar zustimmen, dass etwas getan werden soll. Wir sehen die ersten Funken von allgemeiner Superintelligenz in den heutigen KI-Modellen. Diese Funken könnten sich leicht in ein alles verzehrendes Feuer verwandeln, wenn nicht einige fortschrittliche Vorschläge gemacht werden, die darauf abzielen, die Probleme mit der KI auf ganzheitliche Weise zu lösen. Die Forderung von ki-grundrechte.at ist jedoch, dass der Artificial Intelligence Act der Europäischen Union weder in seinem Umfang noch in seinem Ansatz ausreichend ist. Als Lösungsansatz schlagen wir vor, neben einer für Österreich passenden Instanz des Artificial Intelligence Act der Europäischen Union auch Rechte an KI-Systemen zu vergeben und damit einen fortgesetzten Diskurs über die KI-Regulierung pragmatisch zu forcieren. Wir sehen mehr Gefahrenpotential in einem einseitig geführten Dialog über KI-Regulierung und deren Durchsetzung, als in der Nichtregulierung von KI-Systemen. Zu viel Macht würde dadurch potentiell in den Händen von wenigen Personen liegen.
Man stelle sich vor, jemand hätte aus einem Kontrollgedanken heraus das Internet reguliert. Wäre die Vision des Internets korrumpiert worden, oder wäre es immer noch offen, grenzenlos, neutral, und unzensuriert? Wir haben nicht nur einschränkende Regulierungen für den Umgang im Internet beschlossen, sondern explizit und aus gutem Grund auch abstrakte Freiheiten wie die Netzneutralität. Ein positiver Ausgang für die Menschheit durch eine top-down Regulierung von KI wäre aber weit unwahrscheinlicher als im Fall des Internets. Es ist einfach keine gute Idee und spiegelt die Vorstellungen und Anforderungen der Gesellschaft nicht wieder.
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